Studien, Forschung

Anforderungs- und Rollenprofile für Dolmetschende im medizinischen Bereich

Sleptsova, M., Morina, N., Schick, M., Kooperationspartner: 

In der vorliegenden Studie wird die Qualität der Dolmetschleistung im klinischen Setting mittels einer Umfrage bei Dolmetschenden und Gesprächsverantwortlichen sowie mittels Analyse von auf Video aufgenommenen medizinisch-psychologischen Konsultationen geprüft. Die Befragung ist auf das Rollenverständnis, die Vorgehensweise von Dolmetschenden (auslassen, vereinfachen, hinzufügen) sowie auf das fachliche und kulturelle Vorwissen fokussiert. Die auf Video aufgenommenen gedolmetschten Gespräche werden transkribiert und durch Linguisten, zweisprachige Fachpersonen und Kommunikationsexperten analysiert. Das im Projekt gewonnene Material soll als Grundlage zur Erstellung einer dreisprachigen Datenband dienen. 

Biofeedback zur Behandlung chronischer Schmerzen bei traumatisierten Migranten – eine randomisierte Kontrollgruppenstudie

Müller, J., Knaevelsrud, C., Maier, T., Rufer, M., Schnyder, U. et al. 

Es handelt sich um eine Multizenterstudie, die den Behandlungseffekt einer standardisierten Biofeedback-Therapie bei traumatiserten Migrantinnen und Migrantenuntersucht. In Zürich werden 44 Patientinnen und Patienten aus afk und Psychiatrischer Poliklinik rekrutiert, dazu kommen Patienten in Berlin und Southhampton. Neben verschiedenen Outcome-Parametern (Schmerzen, andere psychopathologische Symptome, Lebensqualität) sind auch die Bestimmung der Cortisol-WerteTeil der Untersuchung. Das Projekt wird grösstenteils aus eigenen Ressourcen der beteiligten Institutionen bestritten, in Zürich wird eine Doktorandenstelle (Naser Morina) drittmittelfinanziert. Eine Pilotstudie wurde Anfang 2006 mit vielversprechenden Ergebnissen durchgeführt, die eigentliche Studie hat im Dezember 2006 begonnen. 

Vgl.: Müller J, Karl A, Denke C, Knaevelsrud C (2007) Somatoform Pain Disorder and PTSD in Migrants – Initial Findings on the Efficacy and Feasibility of CBT-Biofeedback. 10th European Conference on Traumatic Stress (ECOTS), Opatija, Croatia, 06.06.2007 

Persönlichkeit und Ich-Struktur bei traumatisierten Migranten

Maier, T., Mörgeli, HP., Müller, J., Schick, M., Schinzel, L.

Im Rahmen dieser Studie werden die beiden diagnostischen Instrumente Karolinska Psychodynamic Profile (KAPP) und die Achse IV der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) bei traumatisierten Migrantinnen und Migranten angewendet. Ziel der Studie ist es, die Anwendbarkeit dieser Instrumente bei fremdsprachigen Personen mit schweren Traumata zu prüfen und zu untersuchen, ob sich im Vergleich zu anderen Populationen relevante Ergebnisse zeigen. 

Vgl.: Maier T (2007) Personality and Ego-structure in Traumatized Migrants.Oral presentation. 10th European Conference on Traumatic Stress, Opatija, 07.06.07 

Mental Health and Healthcare Utilization in Asylum Seekers in Switzerland. A Prospective Study.

Maier, T., Müller, J., Schmidt, M., Schnyder, U., Bopp, M., Brügger, U., Gutzwiller, F. 

Gegenwärtig wird die Pilotstudie zu dieser grösseren epidemiologische Studie durchgeführt. Es handelt sich um ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration, dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich sowie dem Institut für Gesundheitsökonomie der Zürcher Fachhochschule Winterthur. Ziel ist die Erfassung der (psychischen) Gesundheit von neu eingereisten Asyl Suchenden und deren Nachuntersuchung zu mehreren Messzeitpunkten im Verlauf von fünf Jahren. Parallel zur direkten Untersuchung von Teilnehmenden werden Daten von der Krankenkasse über die in Anspruch genommenen medizinischen Leistungen erfasst und zu den übrigen Daten in Beziehung gesetzt. 

MultiCASI© (Multilingual Computer Assisted Interview)

Knaevelsrud, C., Müller, J.

Unter diesem Namen entwickelte das afk Zürich in Zusammenarbeit mit dem BZFO (Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer) und der Softwarefirma X-Puls ein Computerprogramm, das die Abnahme von Fragebogen und Selbstrating-Instrumenten an Patienten unabhängig von deren Sprache und unabhängig von deren Lesefähigkeit ermöglicht. Die Softwareplattform erlaubt das rasche und unkomplizierte Einfügen und Ändern von Fragen und Fragebogen, verschiedenste Schriftarten werden unterstützt und alle Fragen und Antwortwahlmöglichkeiten können gleichzeitig als gesprochene Version eingegeben werden, so dass die Fragen wahlweise schriftlich oder akustisch vorgelegt werden können. Diese Software ist via normalen Personal Computer mit üblichen Kapazitäten und Betriebssystemen verwendbar, sie kann insbesondere auch via Touch-Screen-Computer benutzt werden. Die generierten Datensätze sind in andere Programme exportierbar (z.B. SPSS) und können somit sehr leicht für statistische Auswertungen verwendet werden. Das aufwendige sekundäre Eintippen von Fragebogenresultaten entfällt. Diese Software ist im Handel als Einzel- oder als Mehrplatzlizenz erhältlich (Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2008).

Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Trauer am meisten Schaden für den Leib

Thomas von Aquin

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